Kirche St. Dionysius Hundeshagen

Zur Vorgeschichte

Die Kirche Hundeshagen war ursprünglich dem Zisterzienserinnenkloster Teistungenburg zugeordnet. Das Kloster wurde um das Jahr 1250 gegründet. Die Ritter von Westernhagen tauschten 1282 das Patronatsrecht über die Kirche von Hundeshagen und haben das Patronatsrecht über 600 Jahre ausgeübt. Es ist nicht bekannt, wann diese älteste Kirche erbaut wurde. Der Standort war auf dem heutigen Friedehof des Ortes. Die alte kleine Patronatskirche verfiel immer mehr und musste um 1830 baupolizeilich gesperrt werden.

Die heutige Kirche

Mit einem Gnadengeschenk von 4200 Talern des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV wurde der schlichte Fachwerkbau 1844/1845 errichtet. Der Entwurf für die Kirche stammt vom „Hofarchitekten“ des Preußischen Königs, dem Schinkelschüler August Stühler. Die Kirche wurde vom Assessor Dr. Zehrt am 5. Oktober 1845 geweiht und im Jahr 1865 vom Bekennerbischof Konrad Martin konsekriert.

Die Kirche sollte wegen ihrer Holzbauweise eine „Notkirche“ sein, zu einem späteren Steinbau ist es aber nie gekommen. Der Patron der Kirche und der Pfarrgemeinde ist der hl. Martyrerbischof Dionysius. Dionysius lebte im 3. Jahrhundert, war Missionsbischof im heutigen Frankreich. Bei seinem Martyrium soll er enthauptet zu der Stelle gegangen sein, an der später die berühmte Kirche St. Denise in Paris erbaut wurde. Diese Kirche war über Jahrhunderte die Grablege der französischen Herrscher.

Das Mosaikbild

1961 wurde das große Mosaikbild des Auferstandenen im Altarraum vom Künstler Meinolf Splett, Leipzig geschaffen. Die Soldaten tragen die Uniformen der „Nationalen Volksarmee“ der DDR. Der Auferstandene ist der Herr über alle Zeit und Geschichte. Die Soldaten liegen schon am Boden.

Die Kirchentür

Die Kirchentür wurde im Jahre 2002 von dem Hüpstedter Bildhauermeister Heinrich Günther als Glaubensbekenntnistür geschnitzt. Die Tür enthält die zentralen Aussagen des Glaubensbekenntnisses.

Von links oben nach unten:

  1. Schöpfung und Sündenfall
  2. Verkündigung des Herrn
  3. Geburt Christi
  4. Kreuzigung
  5. Hinabstieg in das Reich des Todes

Von links oben nach unten:

  1. Auferstehung
  2. Himmelfahrt
  3. Pfingsten
  4. Wiederkunft Christi
  5. Ewiges Leben – das himmlische Jerusalem
Die Tür wurde am 10.09.2002 von dem H. H. Erzbischof Joachim Kardinal Meisner aus Köln gesegnet.

Die zwölf Apostel:

In den Jahren von 1995 bis 2000 hat der Heinz Günther die 12 Apostel für die Kirche angefertigt. Das Chorgestühl wurde von dem Hundeshagener Schnitzer Christian Müller gefertigt und zeigt folgende Darstellungen: unten: Jona im Bauch des Fisches, darüber: Biliam, der Israel segnet, es folgt der Hl. Augustinus u. schließlich die hl. Gertrud von Helfta.

Der Glockenturm

Eine Besonderheit ist der Glockenstuhl, der sich nicht auf, sondern neben der Kirche befindet. Usprünglich stand der Glockenstuhl auf der anderen Seite der Kirche zur Straße hin. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts musste der Glockenturm umgesetzt werden, weil er für den zunehmenden Straßenverkehr ein „Verkehrshindernis“ bedeutete.